Akupunktur

Die Ursprünge der chinesischen Ohr- und Körperakupunktur lassen sich in China bis ca. 450 v. Chr. zurückverfolgen. Mit spitzen Nadeln sollten Dämonen vertrieben werden, die in Geist und Körper des Kranken eingedrungen waren. Bezeichnenderweise wurden so auch Einstichpunkte z.B. »Dämonenlager« oder »Dämonenherz« genannt. Die Akupunktur ist Bestandteil eines umfassenden Medizinsystems, das zudem Arzneitherapien, spezielle Arten von Bewegungs- und Massagetherapien (Qi Gong, Tuina) sowie Ernährungsrichtlinien beinhaltet. Hier lassen sich interessante Parallelen zu den, auch in unserer westlichen Welt über Jahrhunderte gewachsenen, Naturheilverfahren und komplementären Therapien (pflanzliche Arzneimittel, Homöopathie, anthroposophische Medizin, Diätetik, Kneippsche Anwendungen, physiotherapeutische Verfahren wie die Manuelle Therapie, die Osteopathie etc.) entdecken.

Heutzutage kann die Akupunkturwirkung unter eher energetischen Gesichtspunkten verstanden werden. Das bedeutet, dass der Körper von einer Reihe von Energieleitbahnen durchzogen und durchströmt wird. Krankheitssymptome entstehen überall dort, wo ein harmonisches Strömen der Energie verhindert bzw. ein Ungleichgewicht, eine Blockade, eine Stauung oder ein Zuwenig an Energie vorhanden ist. Die Akupunkturpunkte können als Öffnungen zur Körperoberfläche angesehen werden, durch die diese Energieströme positiv beeinflusst und gelenkt werden können.

Für mich stellt die Akupunktur eine wunderbare Ergänzung meiner schulmedizinischen Ausbildung dar. Die Schulmedizin hat ihre eindeutigen Stärken in Diagnostik, Klassifizierung und Behandlung von Erkrankungen im Rahmen des westlich-wissenschaftlichen Denkens. Auf der sogenannten »Symptom-Ebene« eröffnet mir die Akupunktur (und auch die o.g. anderen Verfahren) noch zusätzliche, wesentliche und erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten. Beeindruckend ist, dass eine Reihe von wichtigen Akupunkturpunkten ihre Anwendung sowohl bei geistig-seelischen als auch körperlichen Erkrankungs- und Störungsmustern finden. Hier zeichnet sich ein psychosomatisches Krankheitsverständnis lange vor den Entdeckern und Begründern der Psychosomatischen Medizin ab. So findet sich in der Akupunktur schon lange die Möglichkeit der ganzheitlichen Behandlungsweise, wie sie auch in unserem Kulturkreis immer mehr erwünscht wird.

Interessanterweise gibt es in China nicht »die Akupunktur«. Man spricht von ca. 200 verschiedenen Schulen und gerade im Westen und in Japan hat die klassische Akupunktur wesentliche Erweiterungen und Fortentwicklungen erfahren (z.B. Ohrakupunktur nach Nogier, Triggerpunkttherapie nach Chann Gunn, »very-point« Technik und Mikrosysteme nach Gleditsch, Schädelakupunktur nach Yamamoto, Suchttherapie nach Smith). Durch diese Weiterentwicklungen konnten die Anwendungsgebiete und die Behandlungserfolge immens ausgeweitet und gesteigert werden.

In meiner Praxis behandle ich eine ganze Reihe von Erkrankungen und Störungsmustern mit Akupunktur, teilweise in Kombination mit ausgesuchten pflanzlichen oder komplementärmedizinischen Heilmitteln:

Bitte fragen Sie im persönlichen Gespräch auch nach Behandlungsmöglichkeiten für Erkrankungen, die auf dieser Seite nicht genannt wurden.

Bei jeder Erkrankung werden im individuellen Fall therapeutische Möglichkeiten und Erfolgsaussichten besprochen. Normalerweise werden drei bis fünf Akupunkturtermine vereinbart. Nach diesen ersten Sitzungen sollte für Sie eine eindeutige Besserungs- oder Heilungstendenz feststellbar sein, wonach sich dann Häufigkeit und Abstände weiterer Akupunkturbehandlungen richten.

Eine Akupunkturbehandlung dauert meist 30 bis 60 Minuten.

Die Honorierung erfolgt bei privatversicherten Patienten in Abstimmung mit der gültigen ärztlichen Gebührenordnung.

Leider weigern sich die gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten das Honorar der meisten Akupunkturindikationen zu übernehmen. Früher war eine Kostenübernahme durch einen einfachen Antrag möglich, sofern man eine Ausbildung bei einer anerkannten Akupunkturgesellschaft nachweisen konnte. Aus Kostengründen wurde dann die Honorierung auf die Behandlung chronischer Rücken- und Gelenkschmerzen beschränkt. Das Kostenerstattungsverfahren ist jedoch für den behandelnden Arzt höchst aufwändig und umständlich gestaltet worden.

Schon hier zeichnete sich eine Tendenz ab, die zu dem, seit 1.1.2004 gültigen, fast völligem Ausschluss natur- oder komplementärmedizinischer Medikamente aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen geführt hat.

Ich berate jedoch auch gerne jeden gesetzlich versicherten Patienten, wie im speziellen Einzelfall eine Lösung der Honorarfrage gefunden werden kann.

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