Therapeutische Verfahren / Behandlung von Kindern und Jugendlichen

Analytisch orientierte Psychotherapie:

Zugrunde liegt die Theorie, dass seelische Störungen auf unbewussten Konflikten beruhen, die auch in frühster Kindheit und Jugend entstanden sein können. Die seelische Störung wird dann als unzureichender Lösungsversuch interpretiert. Allein die Bewusstmachung des bisher unbewussten Konflikts kann so zu einer echten Lösung entscheidend beitragen. Ganz in der Tradition des Leitmotivs des Orakels von Delphi: »Erkenne dich selbst«.

Außerdem wird angenommen, dass schwere Belastungssituationen in Kindheit und Jugend zur ungenügender Ausbildung sogenannter Ich-Funktionen führen (zielgerichtetes Handeln, Planen, Entscheiden, Autonomieerleben etc.). Im späteren Leben werden auf diese Weise immer wieder Konflikte in belastenden Lebensereignissen entstehen, deren Lösungen der vorher genannten Ich-Funktionen bedürfen. Im therapeutischen Prozess wird versucht, eine Art Nachreifung dieser Ich-Funktionen anzuregen. Auch schwere Belastungen und Traumata im Erwachsenenleben können zur Instabilität des seelischen Gefüges führen. In diesem Fall wird gezielt versucht, die zur Konfliktlösung nötigen seelischen Strukturen wiederherzustellen und zu stärken.

Verhaltenstherapie:

Ausgehend von lerntheoretischen Modellen nimmt die Verhaltenstherapie zwei Grundmuster als Ursache seelischer Störungen an:

Zum einen das Muster »Lernen am Modell«, d.h. an Hand eines Beispiels (Vater, Mutter, Freundeskreis, Medien etc.) wird ein bestimmtes Verhalten anerkannt, übernommen und ausgeführt, ganz gleich, ob es wirklich der eigenen Gesundheit oder Weiterentwicklung dienlich ist. Zum anderen wird angenommen, dass im Laufe des Lebens auftauchende Konflikte und Belastungssituationen immer zur aktuell bestmöglichen Methode gelöst werden. Sollten ähnliche Konflikte und Belastungen später und in einem anderen Kontext erneut auftreten, wird erst einmal die gleiche Lösungsstrategie angewendet, auch wenn diese nicht mehr adäquat sein sollte (»die Macht der Gewohnheit«). Es bedarf einer genauen Verhaltensanalyse und einer entsprechenden Verhaltensmodifikation, um andere Lösungsmöglichkeiten zu erkennen und einzuüben.

Auto-suggestive Verfahren:

Am bekanntesten sind die Hypnose, das Autogene Training und die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson. Gemeinsam ist allen Verfahren, sich durch einfache Vorsätze oder Formeln in einen tiefenentspannten Zustand zu versetzen. Damit gelingt es akute Stress- und Anspannungssituationen abzumildern, Schmerzen zu lindern und Konfliktsituationen besser zu lösen. Aber auch prophylaktisch soll durch eine Stärkung der inneren Ruhe und Gelassenheit die Möglichkeit eröffnet werden, Stress- und Belastungssituationen ganz anders begegnen zu können. Auto-suggestive Verfahren werden in der Behandlung von chronischen und akuten Schmerzzuständen, bei Angst-, Panik-, Schlaf- und Zwangsstörungen, bei Abhängigkeitserkrankungen, Paarkonflikten etc. angewendet.

Persönlichkeitsentwicklung:

Im Laufe des Lebens kommen Menschen immer wieder an sogenannte Scheidewege. Hier geschehen Dinge, die für den Einzelnen oft rational nicht versteh- oder erfassbar sind, subjektiv belasten, isolieren, deshalb verunsichern, ängstigen oder sogar zur Ausbildung seelischer Störungen führen können. Mit Hilfe der oben genannten Verfahren kann die Aufmerksamkeit auf eventuell nötige, wenn auch vielleicht erstmals schmerzliche Entwicklungsschritte gelenkt werden. Symptome können in einem, der individuellen Entwicklung förderlichen, Gesamtzusammenhang gesehen werden. Oftmals beginnt schon mit einer Perspektivumkehr und -deutung, der vorher als belastend empfundenen Symptomatik, eine erste Erleichterung, Linderung und notwendige Neuorientierung.

In diesem Bereich arbeite ich auch mit Motiven der christlichen Ethik (»die Suche nach sich selbst, ist immer auch die Suche nach Gott«, die Christusbiografie als erster, über 2000 Jahre alter, individueller Selbstfindungsprozess unseres Kulturkreises etc.), ohne auf eine bestimmte Konfession festgelegt zu sein.

Selbstsicherheitstraining:

Gerade bei Kindern und Jugendlichen rückt in unserer technisierten Welt immer mehr das Bedürfnis nach Grenzerfahrungen, seelischer wie körperlicher Art, in den Vordergrund. Diese Grenzerfahrungen sind absolut notwendig, um die eigenen persönlichen Grenzen kennen zu lernen und zu verändern, aber auch die Grenzen der Mitmenschen zu respektieren und zu achten.

Ich biete z.B. Sportklettereinheiten für Kinder und Jugendliche (auch für Erwachsene) an, da hier ein Gesamtprogramm an körperlicher Beanspruchung, Präzision, Gleichgewichtsschulung, Ausdauer, Aufmerksamkeit und Grenzerfahrung (durch die verschiedenen Schwierigkeitsgrade und Höhen) gegeben ist, das auf jede individuelle Gegebenheit angepasst werden kann. Auch andere Sportarten können nach persönlicher Abstimmung angeboten und zieldefiniert durchgeführt werden.

Paar- und Familientherapie:

Mit Hilfe systemischer therapeutischer Verfahren arbeite ich mit Paaren und Familien, um die häufig vorhanden Problemlösungsmöglichkeiten zu entdecken, anzuregen und zu festigen.

Kinder- und Jugendpsychiatrische Behandlung:

Ich arbeite mit Kindern und Jugendlichen, normalerweise ab dem neunten Lebensjahr, in Einzelsitzungen (Schulprobleme, innerfamiliäre Konflikte, hyperkinetisches Syndrom etc.).

Unabdingbar ist hier die Mitarbeit der Familie, wofür in regelmäßiger Folge auch die Eltern, Geschwister oder andere für den Heilungsprozess wichtige Personen, miteinbezogen werden.

Honorar:

Leider hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Therapieeinschränkungen für gesetzlich versicherte Patienten gegeben.

Aus einer Reihe erprobter Psychotherapieverfahren wurden im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen nur noch drei therapeutische Verfahren (Analytisch orientierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie und Psychoanalyse) als erstattungsfähig anerkannt.

Zur Frage der Honorierung findet sich im individuellen Fall jedoch meist eine entsprechende Lösung.

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